Ideen zu einer rationelleren Visumausstellung ?
| Ich
sage immer wenn Emotionen ("Ich bin ukrainischer Staatsbürger und
will ein Visum um Österreich zu besuchen") und Rationalität
(geltende österreichische und EU Gesetze) aufeinander treffen ist ein
Konflikt vorprogrammiert. Die Schlangen werden kürzer vor dem österreichischen Konsulat in Kiew. Was damit zusammenhängt, daß viele Ukrainer um unsere Vertretung einen Bogen machen und sich das Visum lieber bei einem anderen Land holen. Es hat sich herumgesprochen, daß das Tourismusland ... Österreich sehr restriktiv bei der Ausstellung von Visa ist. Eine fast unendliche Geschichte. Fast jedes zweite Mail an mich beschäftigt sich mit dem Thema. Wie bekomme ich für meine Geschäftspartner, Kulturprojekte, Freundin etc. ein Visum. Kann man mit Geld nachhelfen (schmieren) ? Ich rate davon selbstverständlich ab. Trotzdem kann man ja auch laut darüber nachdenken, ob die derzeitige gängige Visumpraxis (noch) zeitgemäß ist und ob hier nicht neue Wege gegangen werden sollten. Kritisiert wird z.B., daß bei Individualreisenden und bei Kleingruppen ALLE Visumwerber PERSÖNLICH im Konsulat vorstellig werden müssen was gerade aus weit entfernten Orten von Visumwerben zu logistischen Problemen, zeitlichen Problemen und zusätzlichen Kosten führt, da mind. 2 X oft auch noch mehrere Vorsprachen im Konsulat notwendig sind. (Vorbildlich ist es in umgekehrter Richtung. Wenn ein österreichischer Staatsbürger ein Visum für die Ukraine benötigt wird das auf dem Postweg innerhalb einer Woche ausgestellt.) Dazu kommt gleich die zweite Kritik, der Visumantrag muß zuerst abgegeben werden und erst Tage später kann das Visum abgeholt werden, warum kann man das nicht gleich in einem Ablauf erledigen ? Ich sage ja auch immer "Was du heute kannst besorgen , verschiebe nicht auf übermorgen" Bei Pass und Führerschein hat man auch früher gesagt das geht nicht, jetzt bekomme ich binnen weniger Minuten meinen Pass und auch der Führerschein wird sofort nach der bestandenen Prüfung ausgehändigt. Weiteres Problem: Warum für eine Nichtleistung bezahlen ? Das treibt viele Ukrainer in den Wahnsinn, obwohl das Visum abgelehnt wurde, müssen die Visumgebühren trotzdem bezahlt werden. Weitere Kritik, obwohl alle Dokumente lt. Visumantrag ordnungsgemäß beigebracht wurden, werden immer wieder neue Dokumente (im Original ...) angefordert. Daß das möglich ist steht selbstverständlich im Visumantrag. Was auch aufreibt, daß für Individualreisende ein "Theater" mit dem Visum gemacht wird, daß aber über einige "bevorzugte" Reisebüros die Visa problemlos zu bekommen sind. Daß bei Busfahrten kaum oder gar keine Koffer kontrolliert werden, davon konnte ich mich selber überzeugen, gibt aber auch zu denken ... Was kann man tun ? Hier ein paar Vorschläge meinerseits: 1) Da es derzeit vorkommt, daß einzelne Länder gegeneinander ausgespielt werden ist es an der Zeit, daß die EU (Europäische Gemeinschaft) EINE ZENTRALE VISA (VISUM)-STELLE einrichtet, wo die Visum für ALLE EU Länder ausgestellt nach einheitlichen Kriterien rasch und unbürokratisch ausgestellt werden. 2) Warum ist es notwendig, daß wenn jemand z.B. geschäftlich öfter im EU Raum zu tun hat immer und immer wieder eine persönliche Vorsprache im Konsulat notwendig ist. Mein konkreter Vorschlag die rasche Einführung von Pässen und Einführung eines Visumzentralregister mit Eintragung binärer Daten. Bei der ersten persönlichen Vorstellung im Konsulat werden alle Daten + aktuelles Foto aufgenommen. (über Fingerabdrücke, DNA Abstrich kann man diskutieren - jemand der nichts zu verbergen hat wird sicherlich auch dagegen nichts einzuwenden haben) etc. Wenn alles ordnungsgemäß erfasst ist, kann für weitere Reisen der Sichtvermerk unkonventionell ausgestellt werden. 3) Wenn ein Österreicher mit einer Ukrainerin oder Ukrainer zusammenlebt kann die Verlängerung nur von der Ukraine aus erfolgen. Dazu ist eine Kosten und zeitaufwändige Ausreise notwendig, außerdem gibt es ein Damoklesschwert über dem Visumwerber, daß eine abermalige Einreise aus diversen Gründen verweigert werden kann. Warum kann diese Verlängerung nicht ganz einfach in der nächsten BH (Bezirkshauptmannschaft) mittels Formular (alternativ über das Internet) erfolgen ? Wenn die Ukrainerin z.B. in Tschechien arbeitet und gemeldet ist aber mit einem österreichischen Staatsbürger befreundet muß alle paar Monate im österr. Konsulat in Prag verlängert werden. Das wird von vielen als eine umständliche Schikane gesehen. Siehe dazu die Story eines österr. Staatsbürgers hier 4) Solange es Sonderwürste für bestimmte "Branchen" gibt, (da gibt es sogar vom Innenministerium + Außenministerium Weisungen Visum + Aufenthaltsgenehmigungen BEVORZUGT rasch und unbürokratisch auszustellen) habe ich persönlich überhaupt kein Verständnis für Visumablehnungen gegenüber ukrainischen Staatsbürgern, es sei denn daß diese Leute kriminell und / oder in unserem Land unerwünscht sind. Siehe zu die Info von Martin Bergsmann über "bestimmten Brachen" hier. Oft habe ich den Eindruck "Vorschrift ist Vorschrift" und weil es immer so war wird es auch immer so sein. Ich behaupte, daß Gesetze niemals Selbstzweck sein dürfen. Ob die Ukraine in ein paar Jahren Mitglied der EU sein wird kann ich nicht sagen, aber will man dann auch noch die Leute mit Visum belasten ? Darüber sollte man nachdenken und über einen schrittweisen Abbau von Hemmnissen nachdenken. Siehe dazu auch meine Artikel auf www.ukraina.at - Botschaften - "Weitere Artikel" (ganz unten) |
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