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24. November 2004:
Bitte warten hieß es noch am Vormittag des 22. November einen Tag danach im Duell zwischen den beiden Viktor´s.
Jetzt ist es aber amtlich. Viktor F. Janukovych gewinnt die
Präsidentenwahlen welche am Sonntag 21. November durch eine Stichwahl
entschieden wurde.
Die positive Nachricht zuerst. Noch nie wurde so viel über die Ukraine
berichtet wie in den letzten Wochen und man beschäftigt sich
offensichtlich mit dem flächenmäßig größten Land Europas.
Die schlechte Nachricht: Offensichtlich hat man sich einen
"Sport" daraus gemacht die Ukraine in den Medien schlecht
darzustellen und "fertig" zu machen. Wenn ich wieder einmal
einen "kritischen" Artikel in der Zeitung lese denke ich mir immer wieder
"kehrt doch bitte vor eurer eigenen Haustür". Kein Tag und
keine Woche wo eine Hiobsbotschaft aus der EU, Amerika, Iran, Irak,
Nordkorea etc. oder anderen Teilen der Welt kommt.
Das "negative" Image hat offensichtlich 1000e und aber 1000e
ausl. Unternehmen in den letzten Jahren nicht gehindert Unternehmen in der Ukraine zu gründen. Viele
positive Beispiele auch österreichischer Firmen haben gezeigt, dass
neben dem Aufbau von Unternehmen und Infrastruktur auch in die kommunale
Infrastruktur (z.B. Investition von den ausl. Unternehmen in humanitäre
Projekte, in Schulen,
Kindergärten etc.) investiert wurde (zum Vorteil beider Seiten) und nicht
nur in billige Arbeitssklaven und dubiose Geschäftsführer.
Vorbildwirkung ist ein Stichwort. Wenn man Korruption verabscheut aber
selber schmiert, zwar die negativen Formen des Kapitalismus nach außen
hin verabscheut
aber selber keinen deut besser ist. Da braucht man sich wirklich nicht
wundern, dass die sprichwörtlichen Glashäuser in denen wir im
"WESTEN" sitzen löchrig sind wie ein Schweizer Käse.
Genau so wenig wie sich Österreicher vor vielen Jahren vorschreiben haben
lassen welchen Präsident sie wählen sollen (Kurt Waldheim) so wenig haben sich
die Ukrainer vorschreiben lassen wer sie die nächsten Jahre regieren
wird. Dass die Unterlegenen beleidigt und sauer sind ist klar, schon
allein aufgrund des knappen Abstandes im Wahlergebnis.
Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht und wichtig solange es nicht dabei zu
Ausschreitungen kommt wo Menschen und Sachen zu Schaden kommen.
Die Ukraine wird sich weiter entwickeln, sie wird mit Russland weiter kooperieren
und mit den Ländern der EU, es werden weiter amerikanische Konzerne in
der Ukraine investieren wie auch verstärkt Betriebe aus asiatischen Ländern.
Wenn das Wirtschaftswachstum in der Ukraine weiter anhält werden die
Gehälter steigen und das Land wird sich dadurch auch weiter positiv entwickeln, wie es
sich in den letzten 13 Jahren entwickelt hat. Ich war 1989 das erste Mal
in der damaligen SU und das letzte Mal vor einigen Wochen. Man muß schon sehr blind und
ein Realitätsverweigerer sein um nicht zu sehen, daß sich da in den
letzten Jahren viel positives getan hat.
Es könnte natürlich immer auch mehr sein, ja das ist richtig aber dazu muß
man das größte Land Europas unterstützen und bei Unterstützung meine
ich keine Almosenprogramme. Das geht von Austauschprogrammen, anbieten
einer sog. privilegierten Partnerschaft der EU, Weiterbildungsprogrammen, das (geerbte) Tschernobyl Problem, bis zu
weiteren wirtschaftlichen Kooperationen und die Lösung der leidigen Visa und
Asylproblematik und ich betone immer und immer wieder Projekte AUF
GEGENSEITIGKEIT zu organisieren mit einer permanenten Kommunikation auf
gleicher Ebene und nicht das Land "von oben herunter" zu
behandeln wie es in der Vergangenheit oft passiert ist.
Wir brauchen in Europa eine stabile Ukraine und kein gespaltenes Land in
dem bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen.
Gerhard Bartosch / Initiator www.ukraina.at
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