Ein österreichischer (EU) Staatsbürger heiratet einen ukrainischen Staatsbürger in der Ukraine !

Werte Ukraineaktivisten !

Warum gibt es www.ukraina.at ? Dieses Internetprojekt wurde auch gegründet, um "das Rad" nicht dauernd neu erfinden zu müssen. Aus zahlreichen Emails kann ich bestätigen, daß viele die gleichen Probleme bei Ihren Ukraineaktivitäten haben sei es Visatroubles, Unternehmensgründung, heiraten eines ukrainischen Staatsbürgers etc. Es ist mir daher wichtig, permanent aktuelle Erfahrungsberichte zu bekommen um so betroffenen Leuten auch helfen zu können und eventuelle Hürden bereits im Vorfeld zu vermeiden. Dieses Ukraine - Netzwerk ist wichtig und es wird in der Zwischenzeit auch immer größer. 

Ein österreichischer Staatsbürger heiratet einen ukrainischen Staatsbürger. Zahlreiche Informationen gibt es auf ukraina.at dazu. Hier der letzte Erfahrungsbericht von Herrn Günter Hofer der seine ukrainische Liebe vor wenigen Wochen in KrivojRog ehelichte. Vielen Dank für seine Zusammenfassung.

Ein Erfahrungsbericht von Günter Hofer, OÖ:

Nachstehend beschreibe ich Erfahrungen mit meiner Hochzeit in der Ukraine
vom März 2005 :

Meine Frau stammt aus KrivojRog das liegt ca. 200 km südwestlich von
Dneprpetrovsk.

Ich benötigte nur ein Ehefähigkeitszeugnis samt Apostilie von Österreich und
einen gültigen Reisepaß. In der Ukraine musste ich diese Urkunde ins
ukrainische übersetzen und auch notariell beglaubigen lassen.

Anschließend wandten wir uns an das Standesamt in Krivoj Rog. Dort wurde uns
mitgeteilt das wir das im übergeordneten Standesamt in Dneprpetrovsk
bestätigen lassen müssen. Nach dortiger Kontrolle und mit der schriftlichen
Bestätigung ausgestattet gingen wir wieder zum Standesamt in KrivojRog.
Daraufhin konnten wir den Hochzeitstermin festlegen (Achtung die Behörde
bestand auf die Einhaltung der 30 Tage Frist. (von Antragseingang bis
Hochzeitstermin)). Jetzt stand der Hochzeit nichts mehr im Wege. 2 Tage vor
der Hochzeit hinterlegte ich meinen Paß im Standesamt. Unmittelbar nach der
standesamtlichen Trauung (Ablauf ähnlich wie in Österreich) erhielten wir die
Hochzeitsurkunde. Weil sie meinen Namen angenommen hatte, stand die nächste
Hürde im Weg. Wir mussten ihren ukrainischen und den für das Ausland
gültigen Paß umschreiben lassen. Wobei der ukrainische Paß das große
Zeitproblem darstellt (es dauert normal 3 Monate bis zur Ausstellung wurde
uns mitgeteilt). Erst anschließend kann der für das Ausland gültige Paß
ausgestellt werden (dies dauert normalerweise eine Woche). Wir bekamen
aufgrund persönlicher Kontakte den ukrainischen und den für das Ausland
gültigen Paß innerhalb einer Woche.

Weil die hiesige Polizei einen Stempel auf der Rückseite der
Hochzeitsurkunde anbrachte, wollte das Standesamt in Dneprpetrovsk die
Echtheit dieser Urkunde nicht bestätigen. Daraufhin mußte sie eine neue
Hochzeitsurkunde im Standesamt KrivoRog ausstellen lassen (dieses erfolgte
ohne Probleme). Mit dieser Urkunde fuhr sie wieder nach Dneprpetrovsk in das
dortige Standesamt und bekam daraufhin die Bestätigung.

Jetzt wird gerade die Hochzeitsurkunde von einem Notar ins deutsche
übersetzt bzw. mit 2 ukrainischen Apostilien (Echtheit der Hochzeitsurkunde
und die Echtheit der deutschen Übersetzung) versehen. Das dauert ca. 2
Wochen und ist mit erheblichen Kosten (ca. 300€) verbunden. Anschließend
fährt sie mit diesen Dokumenten in das österreichische Konsulat nach Kiew.
Sie muß, wurde mir mitgeteilt einen Tag auf die Ausstellung eines D-Visums
für Österreich warten.

Dann kommt sie nach Österreich und ich muß mit ihr bei der zuständigen BH
vorstellig werden. Dort dürften keine Probleme zu erwarten sein (mit den
mitgebrachten Dokumenten bekommt sie dann eine Aufenthaltsgenehmigung für
den Schengenraum bzw. die Arbeitserlaubnis. Diese Info habe ich bereits vor
ab eingeholt), ebenso beim Gemeindeamt sind nur noch die formellen Dinge zu
erledigen.

Weiters sind die Einholung von Dokumenten, Bestätigungen in der Ukraine immer
wieder mit Kosten verbunden (bewegen sich zwischen 10€ und 30€).
Die Kosten die nur durch die behördlichen Genehmigungen, Dokumente bzw.
Fahrtspesen angefallen sind belaufen sich auf ca. 1000€.  

Es ist besonders wichtig persönlich vor Ort zu sein bis das man einen
verbindlich bestätigten Hochzeitstermin bekommt. Es kann passieren das je
nach dem mit welchen Sachbearbeiter/in es man zu tun hat dieser oder diese
Forderungen nach verschiedensten Dokumenten, Schriftstücken und erf.
Genehmigungen stellt (man sollte 2 Wochen Zeitaufwand kalkulieren).

Abschließend kann ich sagen das die Einholung der behördlichen Genehmigungen
für eine Hochzeit in der Ukraine zwar einen gewissen Zeitaufwand und Kosten
verursacht, aber für mich nicht so kompliziert war wie man das befürchten
konnte.

Wünschenswert wäre eine verbindliche Auskunft von österreichischen Behörden
welche Unterlagen man benötigt um in der Ukraine heiraten zu können. Diese
Auskunft habe ich leider nicht erhalten. Es war daher ein gewisses Risiko
nur mit dem Ehefähigkeitszeugnis in die Ukraine zu reisen.

Diese Abstimmung auch mit anderen Ländern sollte doch in der heutigen Zeit
möglich sein, es wäre aus meiner Erfahrung heraus eine hilfreiche
Unterstützung um Zeit und vor allem auch Kosten zu sparen.

Günter Hofer, OÖ  

Übersetzung "Ehefähigkeitszeugnis":

Ehefähigkeitszeugnis – (ru) свидетельство о брачной дееспособности

Interessante Links:

Was bitte ist eine Apostille ? mehr

Niederlassung und Aufenthalt (Quelle: Österr. Bundesministerium für Inneres)
Link: http://www.bmi.gv.at/niederlassung/
Weitere Artikel: (siehe auch "- Botschaften" (ganz unten))

Für Fragen stehe auch ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung:
email:
Senator Gerhard Bartosch

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