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Jänner 2005:
Viktor Juschtschenko wird neuer Präsident der Ukraine !
Eine Nachlese von:
Gerhard Bartosch, Initiator www.ukraina.at
Es ist vollbracht. Nach langen und zähen Ringen hat der OGH (so Vorsitzender Richter Anatoli Jarema - "Diese Entscheidung ist
endgültig und kann nicht noch einmal zur Berufung gebracht werden") der Ukraine ein Machtwort gesprochen und Viktor Juschtschenko zum Sieger der zweiten Stichwahl
erklärt. Der Sieg wird auch bereits in den Amtsblättern der Ukraine veröffentlicht und
die Wahl kann somit auch nicht mehr aufgehoben werden.
Präsident Leonid Kutschma hat seinen Nachfolger Viktor Juschtschenko
bereits gratuliert.
"Alles Paletti" wie wir so sagen, oder doch nicht ? Janukowitsch der sog. "Mann Russlands" hat die Wahl verloren und Juschtschenko der "Mann des Westens" die Wahl mit 6 % (52% : 44 %) Stimmenunterschied gewonnen. Ist aber damit "alles im Lot" ? Wird die nach
außen hin zerstrittene Ukraine sich an den gemeinsamen Tisch setzen und werden Politiker, Abgeordnete etc. im Sinne der ukrainischen
Bevölkerung agieren ? Das Land ist gespalten sagen viele Beobachter, andere sagen "aber ein auseinanderbrechen der Ukraine ist nicht zu
befürchten". Nun, das Wahlergebnis ist zwar auf den ersten Blick eindeutig, ein Blick auf die ukrainische Landkarte zeigt aber,
daß der eine Kandidat im westlichen Teil des Landes gepunktet hat der andere Kandidat im
Südosten des Landes. (Stichwort Donezk 93% für Janukowitsch) Da kann man fast einen Strich von oben nach unten ziehen.
Schon jetzt gibt es die ersten Camp´s und Hungerstreiks. Nicht in Kiew für Juschtschenko sondern
für den unterlegenen Janukowitsch im Süden des Landes. (in Simferopol der Autonomen Republik Krim) Das wird zwar auch nichts an der Entscheidung des OGH
ändern wird aber die Zusammenarbeit von Regierung und Opposition nicht vereinfachen. Wer wird Ministerpräsident, bzw. *däntin ... Ist die Kampfmaus von Juschtschenko
tatsächlich die ideale Besetzung für den Job ? Würde man den größten Nachbarn und
Geschäftspartner nämlich Russland damit nicht brüskieren ? Weiß das Mr. Juschtschenko ?
Natürlich weiß er das und auch diese Situation ist für den neuen Präsidenten der Ukraine nicht einfach. Wird Frau Julia T. nicht
Ministerpräsidentin wird sie im Parlament Opposition gegen jenen Mann machen den sie bei der sog. "orangen Revolution" mit
Händen und Füßen unterstützt hat. Das hat Frau T. in einigen Interviews schon
angekündigt.
Wie kann sich die Zusammenarbeit mit der EU entwickeln ? Juschtschenko wurde geraten rasch einen Beitrittsantrag zur "EU" zu stellen und er wird
dies auch tun. Schon nach der
Amtseinführung wird eine Kampagne für eine EU - Mitgliedschaft gestartet. Schon
nächste Woche soll in Strassburg von der ukrainischen Seite ein 5 - Jahresplan vorgelegt werden. Damit ergibt sich
für die Ukraine sofort eine neue Stellung innerhalb der EU. Vielen Europäern (und ich meine damit die
Bevölkerung) wäre eine Ukraine als EU Mitglied lieber als eine Türkei
in hundert Jahren. Das hat nichts mit Länder gegeneinander ausspielen zu tun, das hat a) mit der geografischen Lage, b) mit der "Mentalität" und c) mit
religiösen Gründen zu tun. Warum das keiner ausspricht ist mir eigentlich ein
Rätsel. Natürlich ist sich auch hier Europa uneinig. (Wo nicht ... ) Die
österreichische Außenministerin Ursula Plassnik spricht sich z.B. gegen einen Beitritt aus
dafür aber für eine engere Partnerschaft und (wirtschaftliche) Kooperation. Auch der
niederländische Außenminister Ben Bot spricht sich für einen positiven
"Nachbarschaftskurs" aus. Andere
Länder der EU (Nettoempfänger) befürchten bei einem EU Beitritt die Verringerung ihrer Subventionen die Nettozahler wiederum
befürchten höhere Zahlungen. Da kann man ruhig von einem gordischen Knoten sprechen. Die EU hat aber schon verlauten lassen, dass ein "Nachbarschaftsabkommen" mit
stärkerer politischer und wirtschaftlicher Orientierung mit der Ukraine vereinbart werden soll.
In Deutschland gibt es gerade einen Untersuchungsausschuss wegen massenhafter
missbräuchlicher Visaausstellung. Jetzt passiert genau das Gegenteil, man steigt voll auf die Bremse und stellt nur mehr restriktiv Visa aus.
Behindert dadurch wirtschaftliche Kooperationen und verzögert so eine
Annäherung. Mir fehlt hier auch ein gehöriges Mittelmaß. Freunde, wir sind in der EU
wäre es da nicht Zeit und sinnvoll europaweite gemeinsame Standards für die Ausstellung von Visa zu erstellen, evtl. EIN (1) "EU" - Konsulat in Kiew und
dafür Exposituren (Außenstellen) in verschieden Teilen des Landes ? Es ist mir auch nicht bekannt, dass
Österreich in der Zwischenzeit den sog. "Showtänzerinnenerlass" abgeschafft
hätte. Mich bitte nicht mißzuverstehen, ich habe nichts gegen "Showtänzerinnen" ich
möchte aber, wenn ich Geschäftspartner, Projektpartner und Freunde einlade nicht schlechter gestellt sein als bevorzugte und durch Erlass privilegierte "Showtänzerinnen. ;-)
Siehe dazu auch meinen Artikel:
"Ideen zu einer rationelleren Visumausstellung ?" mehr
Aber wieder zurück zu Präsident Viktor Juschtschenko. Juschtschenko wird am Sonntag 12 h im ukrainischen Parlament
((Werchowna Rada) in Anwesenheit zahlreicher hoher
Repräsentanten und Staatsgäste die extra dafür aus der ganzen Welt
angereist kommen zum 3. Präsidenten (nach Leonid Krawtschuk und Leonid Kutschma) der neuen Ukraine
vereidigt. 309 von 450 Abgeordneten haben sich
dafür ausgesprochen. Er, Juschtschenko hat die Aufgabe ein in den Köpfen gespaltenes Land zu einen, mit den Nachbarn (die unterschiedlicher nicht sein
könne) ein gutes Verhältnis zu pflegen und den im August 1991 begonnen Weg
weiterzuführen.
www.ukraina.at gratuliert dem neuen Präsidenten der Ukraine und wünscht
für die Amtszeit und die vielen bevorstehenden Aufgaben von Herzen alles Gute und viel
Glück.
Gerhard Bartosch
Initiator www.ukraina.at
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